Die motorbezogene Versicherungssteuer 2026 ist eine laufende Besitzsteuer für alle in Österreich zugelassenen Kraftfahrzeuge. Sie wird gemeinsam mit der Kfz-Haftpflichtprämie eingehoben und richtet sich bei Verbrennern nach Motorleistung (kW) und CO2-Ausstoß (WLTP). Seit 1. April 2025 sind auch rein elektrische Fahrzeuge nicht mehr befreit – für E-Autos gilt ein neues Berechnungsmodell auf Basis von Nennleistung und Eigengewicht.
Berechnung für Verbrenner (Erstzulassung ab 1.10.2020)
Für PKW mit Verbrennungsmotor, die ab dem 1. Oktober 2020 erstmals zugelassen wurden, setzt sich die motorbezogene Versicherungssteuer aus zwei Komponenten zusammen:
Leistungskomponente (kW)
Berechnung: (kW minus Abzugswert) x 0,72 € pro Monat, mindestens 5 kW.
CO2-Komponente (g/km)
Berechnung: (CO2 g/km minus Abzugswert) x 0,72 € pro Monat, mindestens 5 g/km.
Abzugswerte nach Erstzulassungsjahr
| Erstzulassung | kW-Abzug | CO2-Abzug |
|---|---|---|
| 2021 | 65 kW | 115 g/km |
| 2022 | 65 kW | 112 g/km |
| 2023 | 62 kW | 106 g/km |
| 2024 | 61 kW | 103 g/km |
| 2025 | 60 kW | 100 g/km |
| 2026 | 59 kW | 97 g/km |
Die Abzugswerte sinken jährlich, was bei gleichbleibender Fahrzeugleistung zu einer steigenden Steuerbelastung für Neuzulassungen führt.
Rechenbeispiel Verbrenner (Erstzulassung 2026)
Fahrzeug: 110 kW, 140 g CO2/km (WLTP)
- Leistungskomponente: (110 – 59) × 0,72 = 51 × 0,72 = 36,72 €/Monat
- CO2-Komponente: (140 – 97) × 0,72 = 43 × 0,72 = 30,96 €/Monat
- Gesamt: 67,68 €/Monat = 812,16 €/Jahr
Fahrzeug: 150 kW, 185 g CO2/km (SUV)
- Leistungskomponente: (150 – 59) × 0,72 = 91 × 0,72 = 65,52 €/Monat
- CO2-Komponente: (185 – 97) × 0,72 = 88 × 0,72 = 63,36 €/Monat
- Gesamt: 128,88 €/Monat = 1.546,56 €/Jahr
Neue Steuer für Elektroautos ab 1. April 2025
Die bisherige vollständige Befreiung für Fahrzeuge mit 0 g/km CO2 ist seit dem 1. April 2025 aufgehoben (Budgetsanierungsmaßnahmengesetz 2025, BGBl I Nr. 7/25). Für E-Autos gilt ein neues Berechnungsmodell mit zwei Komponenten:
Leistungskomponente E-Auto (pro Jahr)
Berechnet wird die Nennleistung (nicht Spitzenleistung) minus 45 kW Abzug:
| Leistungsstufe | Steuersatz pro kW |
|---|---|
| Erste 35 kW (über Abzug) | 3,00 €/kW |
| Nächste 25 kW | 4,20 €/kW |
| Jedes weitere kW | 5,40 €/kW |
| Mindestbetrag | 30 €/Jahr |
Gewichtskomponente E-Auto (pro Jahr)
Berechnet wird das Eigengewicht minus 900 kg Abzug:
| Gewichtsstufe | Steuersatz pro kg |
|---|---|
| Erste 500 kg (über Abzug) | 0,18 €/kg |
| Nächste 700 kg | 0,36 €/kg |
| Jedes weitere kg | 0,54 €/kg |
| Mindestbetrag | 36 €/Jahr |
Die Jahressteuer ergibt sich aus der Summe beider Komponenten, geteilt durch 12 für den monatlichen Betrag.
Rechenbeispiel E-Auto
E-PKW: Nennleistung 70 kW, Eigengewicht 1.905 kg
Leistungskomponente:
- 70 – 45 = 25 kW steuerrelevant
- 25 kW × 3,00 € = 75,00 €/Jahr
Gewichtskomponente:
- 1.905 – 900 = 1.005 kg steuerrelevant
- Erste 500 kg × 0,18 € = 90,00 €
- Restliche 505 kg × 0,36 € = 181,80 €
- Summe: 271,80 €/Jahr
Gesamt: 75 + 271,80 = 346,80 €/Jahr = 28,90 €/Monat
Weiteres Beispiel: Leistungsstarkes E-Auto
E-PKW: Nennleistung 150 kW, Eigengewicht 2.200 kg
Leistungskomponente:
- 150 – 45 = 105 kW steuerrelevant
- 35 kW × 3,00 = 105 €
- 25 kW × 4,20 = 105 €
- 45 kW × 5,40 = 243 €
- Summe: 453,00 €/Jahr
Gewichtskomponente:
- 2.200 – 900 = 1.300 kg steuerrelevant
- 500 kg × 0,18 = 90 €
- 700 kg × 0,36 = 252 €
- 100 kg × 0,54 = 54 €
- Summe: 396,00 €/Jahr
Gesamt: 453 + 396 = 849,00 €/Jahr = 70,75 €/Monat
Vergleich: Verbrenner vs. E-Auto
| Fahrzeug | Antrieb | Steuer/Monat | Steuer/Jahr |
|---|---|---|---|
| Kleinwagen 75 kW, 120 g/km | Benzin | ~25 € | ~300 € |
| Mittelklasse 110 kW, 140 g/km | Diesel | ~68 € | ~812 € |
| SUV 150 kW, 185 g/km | Diesel | ~129 € | ~1.547 € |
| Kompakt-E-Auto 70 kW, 1.905 kg | Elektro | ~29 € | ~347 € |
| Premium-E-Auto 150 kW, 2.200 kg | Elektro | ~71 € | ~849 € |
E-Autos zahlen trotz der neuen Steuer in den meisten Fällen deutlich weniger als vergleichbare Verbrenner. Zusammen mit der NoVA-Befreiung und dem Sachbezug von 0 Euro bleibt das Elektroauto steuerlich attraktiv.
Weiterhin befreite Fahrzeuge
Nicht alle Elektrofahrzeuge sind betroffen. Weiterhin befreit bleiben:
- E-Motorräder der Klassen L1e bis L5e mit maximal 4 kW Leistung
- Fahrzeuge mit Wechselkennzeichen (Steuer fällt nur für das steuerlich höchste Fahrzeug an)
Auswirkung auf den Firmenwagen
Die motorbezogene Versicherungssteuer fließt in die Gesamtkosten des Firmenwagens ein. Bei einem Verbrenner-Dienstwagen mit hoher Leistung und hohem CO2-Ausstoß kann sie über 1.500 Euro pro Jahr betragen. Im Vergleich Dienstwagen E-Auto vs. Verbrenner ist die niedrigere Versicherungssteuer ein zusätzlicher Vorteil des Elektrofahrzeugs – auch wenn die vollständige Befreiung seit April 2025 entfallen ist.
Tipps zur Steueroptimierung
- CO2-arme Modelle wählen: Jedes Gramm unter dem Abzugswert spart 0,72 € pro Monat
- Leistung bewusst wählen: Weniger kW bedeuten direkt weniger Steuer
- E-Auto als Firmenwagen: Trotz neuer Steuer deutlich günstiger als Verbrenner
- Nennleistung prüfen: Bei E-Autos zählt die Nennleistung im Zulassungsschein, nicht die beworbene Spitzenleistung
- Dienstliche Fahrten dokumentieren: Mit einem ordnungsgemäßen Fahrtenbuch den betrieblichen Anteil nachweisen
Fazit: Motorbezogene Versicherungssteuer 2026
Die motorbezogene Versicherungssteuer bleibt ein wesentlicher laufender Kostenfaktor für Kraftfahrzeuge in Österreich. Seit April 2025 zahlen auch E-Auto-Besitzer, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau als Verbrenner-Fahrer. Die Berechnung nach Nennleistung und Eigengewicht begünstigt leichtere und weniger leistungsstarke E-Autos. Wer seine betrieblichen Fahrten lückenlos dokumentiert, kann die anteilige Steuer als Betriebsausgabe geltend machen. Mit Tripbook erfasst du jede dienstliche Fahrt automatisch per GPS.